Geb. am 01.01.....

42 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Die Hälfte hiervon sind Kinder. Jene Kinder, die ohne Familienangehörige nach Deutschland kommen, nennt man „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF). 

Schätzungen zu Folge leben zwischen 6.000 und 10.000 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland. Diese Arbeit widmet sich der Lebenssituation von UMF im Alter von 16 bis 18 Jahren, die nach deutschem Asylrecht, wie Erwachsene in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht werden.

Da viele Migranten ohne gültige Papiere in das Bundesgebiet einreisen und Ihr tatsächliches Alter, aufgrund der fehlenden behördlichen Infrastruktur ihrer Heimatländer nicht kennen, wird nach deutschem Recht eine Alterseinschätzung erforderlich. Nach einem demütigenden und unzureichend wissenschaftlich fundierten Verfahren wird ein fiktives Geburtsdatum bestimmt, das oft der 01.01. des vermeintlichen Geburtsjahres ist.

Die psychische Lage der UMF wird vor allem durch ein starkes, alles überlappendes Gefühl der Verunsicherung geprägt. Ständig leben sie in der Angst vor Abschiebung. Nur die wenigsten bekommen Asyl, da sie im Sinn des deutschen Asylrechts nicht »politisch verfolgt« werden. 

In der zermürbenden Praxis einer Erstaufnahmeeinrichtung sind sie zum Warten und Aushalten verurteilt. Sie stehen emotional sowie faktisch zwischen ihrer alten und ihrer neuen Heimat. Sie haben keinen festen Platz, den sie als ihr Zuhause bezeichnen können, der ihnen Stabilität und Sicherheit vermittelt. Ihre Gedanken und Gefühle springen zwischen dem noch nicht verarbeiteten Erlebten (Flucht, Tod, Vertreibung, Krieg, Gewalt, Verlust von Heimat und Familie) und der Angst vor einer ungewissen Zukunft in einem für sie völlig fremden Land. Folgen dieser Symptome sind: Aggression und Autoaggression, Kopf- und Magenschmerzen sowie bei fast allen UMF anhaltende Schlaflosigkeit und Ermattung.

Angetrieben von der Kraft ihrer Träume und der Hoffnung auf ein Leben in Freiheit und Sicherheit, stemmen sie sich gegen die vielschichtigen Enttäuschungen, die ihnen ihr vermeintliches Paradies aufbürdet. Atemzug für Atemzug einer ungewissen Zukunft entgegen.

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